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Projekt – Mein kleines Anlautwörterbuch

(1b – Klasse der VS Krems-Lerchenfeld)

 1.Projektidee: 

Mit einer ersten Klasse ein Projekt in Sachen EDV starten?  Der erste Gedanke: „Das ist unmöglich!“ Die Kinder können anfänglich nicht lesen, sie können nicht schreiben und sie haben in Sachen Computer keinerlei Vorwissen. Als Lehrer kennt man seine neuen Schützlinge noch nicht wirklich, weiß also nicht, was man ihnen zumuten kann und was nicht....

Es war also etwas Gedankenarbeit meinerseits angesagt: Es musste etwas Einfaches sein, etwas Durchführbares, etwas Lustbetontes, etwas, das nicht allzu viel Zeit und Ausdauer der Kinder beanspruchte, bedenkt man die Aufmerksamkeitsspanne eines Sechsjährigen...

Zentrales Thema in der ersten Klasse ist doch, neben all den anderen vielen Dingen, das Lesenlernen, Lautschulung, Buchstabenerarbeitung...

Die Projektidee kam mir eigentlich während des Unterrichts. Bei der Erarbeitung eines neuen Buchstaben begannen wir meist mit einer „Sammlung“ von Wörtern – Wer weiß ein Wort, das mit M beginnt? .....A wie Affe, B wie Ball.....Wir könnten doch diese Wörter in einem Buch sammeln... in einem ANLAUTWÖRTERBUCH... das war also die Projektidee, die seit Oktober 2004 in meinem Kopf herumschwirrte....

2.Durchführung: 

„Kinder, wir machen heuer ein Projekt!“ ... „Juhuuu!“ ... “Frau Lehrer, was ist eigentlich ein Projekt?“

Ich erklärte also den Kindern, was genau ich vorhatte, was wir Schritt für Schritt zu tun hätten.... Wir begannen mit der Arbeit im November 2004. 

 

Schritt 1: Begriffe sammeln

 

Dies war eine relativ leichte Übung: Ich nannte die Buchstaben und die Kinder brachten ihre Vorschläge, die ich notierte. Natürlich hätte ich die Begriffe auch selbst vorgeben können, was weniger Unterrichtszeit gekostet hätte. So allerdings konnte ich sichergehen, dass die Begriffe auch wirklich aus dem kindlichen Wortschatz kamen und den Kindern somit vertraut waren. (A wie Alligator ist zwar richtig, doch für jedes sechsjährige Kind handelt es sich hier eben um ein Krokodil...)

Der positive Nebeneffekt dieser Übung: Die Kinder mit nicht Deutscher Muttersprache (ca. die Hälfte der Klasse) erweiterten dadurch ihren Wortschatz. „Frau Lehrer, was ist Besteck?“... „Was ist Eiszapfen?“ ... „Ich kenne nicht Düsenjäger!“ ...

 Natürlich musste ich bei einigen Buchstaben  - bei C... – mit kleinen Worträtseln nachhelfen, damit die Kinder auf die passenden Begriffe kamen. Aber gerade das machte ihnen großen Spaß. „Wer bin ich? Ich arbeite im Zirkus und habe eine rote Nase...“, etc...

 

Hier die Liste unserer Begriffe:

Es waren ursprünglich mehrere, doch mussten sie, wie in Schritt 2 beschrieben, gezeichnet werden – Für manche Begriffe konnte sich aber kein Zeichner finden, also ließ ich sie letztendlich weg...

Acht

Düsenjäger

Kaktus

Pflaster

Unterhose

Affe

Ei

Kamel

Pilz

Vier

Adler

Eimer

Kanne

Pinsel

Vogel

Ameise

Eins

Karotte

Polizist

Vogelhaus

Ampel

Eis

Katze

Polster

Vulkan

Ananas

Eisenbahn

Kerze

Popo

Wal

Anker

Eiszapfen

Kinderwagen

Prinzessin

Wolke

Apfel

Elefant

Kirche

Pyramide

Würfel

Armband

Ente

Kirsche

Qualle

Zahn

Armbanduhr

Erdbeere

Kleid

Rad

Zahnbürste

Auge

Esel

Krabbe

Radiergummi

Zauberer

Auto

Fenster

Krone

Radio

Zaun

Bär

Feuer

Kürbis

Raupe

Zebra

Ball

Fisch

Lampe

Regenwurm

Zehn

Banane

Flasche

Leiter

Ring

Zelt

Baum

Flugzeug

Lineal

Roller

Zigarette

Besen

Frosch

Löffel

Rose

Zitrone

Besteck

Fuchs

Löwe

Sack

Zunge

Biene

Fünf

Lokomotive

Schal

Zwei

Birne

Gemüse

Luftballon

Schatztruhe

Zwetschke

Blatt

Geschenk

Mädchen

Schaufel

 

Blume

Gespenst

Magnet

Schaukelpferd

 

Brief

Giraffe

Mantel

Schildkröte

 

Brille

Gitarre

Marienkäfer

Schirm

 

Brunnen

Glocke

Maus

Schlange

 

Buntstifte

Hai

Messer

Schmetterling

 

Burg

Hammer

Mond

Schnecke

 

Cabrio

Hase

Mund

Tanne

 

Christkind

Haus

Nase

Tasche

 

Clown

Herd

Nashorn

Teich

 

Computer

Herz

Neun

Telefon

 

Delfin

Hexe

Nixe

Teller

 

Diamant

Hund

Nuss

Teppich

 

Dino

Hut

Ofen

Tiger

 

Dolch

Igel

Ostereier

Tintenfisch

 

Domino

Iglu

Palme

Torte

 

Dose

Indianer

Papagei

Tube

 

Drache

Käfer

Perlen

Tulpe

 

Drachen

Känguru

Pfeil

Turm

 

Drei

Käse

Pferd

Uhr

 

Schritt 2:   Zeichnen 

Ich erklärte den Kindern die nächsten Schritte. Sie sollten die Dinge zeichnen – mit schwarzem Filzstift auf weißes Papier. Sie sollten besonders darauf achten, die Linien geschlossen zu zeichnen, weil die Bilder ja im Anschluss mit Hilfe des Programms „Paint“ angemalt werden sollten.

Um den Kindern das verständlich zu machen, setzte ich erstmals den Computer ein. Mit dem Beamer strahlte ich die Arbeitsoberfläche des Programms „Paint“ an die Tafel und zeigte den Kindern, warum man alle Linien schließen musste

                           Geschlossene Linie                                 Offene Linie

 

 

Hier zeigte sich wieder einmal das enorme Symbolverständnis der Kinder – Sie begriffen sofort die Funktion des Fülleimers, des Stiftes, etc....  Was mir nach dieser kleinen Demonstration auffiel, war, dass in den Pausen vermehrt das Programm „Paint“ gestartet wurde und die Kinder damit herumprobierten.

 

So entstanden innerhalb von 2 Monaten viele, viele Zeichnungen, die ich eingescannt und für die weitere Bearbeitung vorbereitet habe.

Hier einige Beispiele:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                              

Schritt 3:   Anmalen und Speichern der Bilder

 

In unserer Klasse befinden sich zwei relativ leistungsstarke PCs, mit denen wir arbeiteten. Ich bereitete die Geräte so vor, dass sich alle Schwarzweißbilder in einem entsprechenden Ordner in den „Eigenen Dateien“ befanden.

Um allen Kindern gemeinsam die nötigen Arbeitsschritte zu erklären, setzte ich hier wieder den Beamer ein, wobei wir hier folgende Arbeitsschritte eine Unterrichtsstunde lang immer wieder durchspielten:

  • Datei öffnen (Win XP ermöglicht eine Vorschau auf die Bilder beim Öffnen einer Datei, was sich hier als wirklich nützlich erwies, da die Leseleistung der Kinder nach einem halben Jahr Schule sehr unterschiedlich war.)

  • Fülleimer wählen

  • Farbe aussuchen

  • Farbe in das richtige Feld „schütten“

  • Nächste Farbe wählen

  • usw..

  • Datei speichern (Hier sollten die Kinder das bunte Bild einfach über das ursprüngliche Bild speichern.)

 

Jetzt war es daran, dass die Kinder in freien Unterrichtsphasen, einfach immer, wenn Zeit war, die restlichen Bilder anmalten. Natürlich traten hier Schwierigkeiten auf und es wäre gelogen, würde ich behaupten, dass alle Kinder der Klasse sofort in der Lage waren, den Anforderungen nachzukommen. Die Möglichkeit, Fehler rückgängig zu machen, ist beim Programm „Paint“ beschränkt, das heißt, ich musste des öfteren mit meiner „Bilder-CD“ das schwarzweiße Bild erneut in den Ordner legen. Manchmal verwechselten die Kinder „Speichern“ mit  „Öffnen“, sodass das mühsam erstellte Bild plötzlich weg war...

Nach und nach allerdings machte sich die Gruppendynamik bemerkbar, ich musste immer weniger helfend einspringen, denn einige Schüler kannten sich bereits besser aus als andere und halfen von sich aus, wenn jemand nicht mehr weiter wusste – eine Erscheinung, die mir von den Projekten der Vorjahre bereits bekannt war.

 

Ende Jänner 2005 waren schließlich alle Bilder bunt auf der Festplatte gespeichert.
 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                  

Hier einige Bilder, die die Kinder beim Arbeiten zeigen: 

           

                                 Denise                                                                      Rita

           

                                     Lisa                                                                    Nadine

           

                               Patrick                                                                   Melanie

          

                                   Tobias                                                                Kevin   

           

                                 Dominik                                                                  Ines

           

                               Ralph                                                                   Ximena

           

                           Sebastian                                                                Jaqueline

Manuel

 

Schritt 4:   Die Buchseiten

 

Dies musste von mir gut vorbereitet werden, um die Kinder nicht zu überfordern. Die Frage war, wie ich es anstellen sollte, dass die Kinder dieser Aufgabe überhaupt gerecht werden konnten....

 

Ich bereitete die einzelnen Buchseiten vor und druckte sie aus.

 

Hier ein Screenshot:

 

Für die Kinder bereitete ich die Buchseiten „leer“ vor.

 

Hier ein Screenshot:

 

Die Kästchen mit den dickeren Rahmen stellten Rechtecke dar, die mit einer Grafik gefüllt werden sollten, bei den  Kästchen mit den dünnen Rahmen handelte es sich um Textfelder. Diese wurden von mir schon so vorbereitet, dass Schriftart und Schriftgröße richtig eingestellt waren.

Die Schüler sollten also mit Hilfe der Vorlagen, die Rechtecke mit den bunten Grafiken füllen und in die Textfelder die richtigen Wörter eingeben, anschließend die Rahmenlinien entfernen und die Schriftfarbe ändern.

 

Jetzt wurde wieder der Beamer eingesetzt um allen Kindern die einzelnen Arbeitsschritte  zu erklären:

  • Starten des Programms „Microsoft Word“ mit einem Doppelklick auf das Symbol

  • Öffnen der Datei (Diesen Vorgang kannten die Kinder bereits vom Anmalen der Bilder)

  • Rechtecke markieren

  • Erklären der Symbolleiste „Zeichnen“  (Fülleimer – Fülleffekte – Grafik – Grafik auswählen – Einfügen – OK – Linie – Keine Linie)

  • Schreiben der Wörter (Wie schreibt man ein Wort groß? Wie markiert man ein Wort? Wie ändert man die Schriftfarbe?)

  • Rahmen der Textfelder entfernen

  • Speichern der Datei

Ungefähr eine Unterrichtsstunde lang spielten wir diese Arbeitsschritte immer und immer wieder durch.

Eine fertige Seite:

 

Hier noch eine kleine Anmerkung:

In dieser Stunde war eine Kollegin (Teamteaching) in meiner Klasse, die von sich selbst meinte, sie kenne sich mit Computern nicht wirklich gut aus. Sie könne sich nicht vorstellen, dass die Kinder das alleine schaffen! Ehrlich gesagt, war auch ich etwas skeptisch! Es handelte sich doch um relativ viele Arbeitsschritte, die man sich merken musste. Auch die zeitliche Aufwand machte mir Kopfzerbrechen – Wann sollten wir das Ganze in den Unterricht einbauen? Es waren doch 42 Seiten, die „gefüllt“ werden mussten.

 

Das, was allerdings nach dieser „Erklärungsstunde“ passierte, verblüffte mich wirklich!

Innerhalb von 2 Wochen waren alle Seiten fertig! Meine Hilfe war nur in seltenen Fällen von Nöten. („Frau Lehrer, brauchst eh nicht helfen, ich weiß wie’s geht, ich erklär’s ihm!“) Die Kinder arbeiteten meist in Zweier- oder Dreiergruppen, wobei eines die Vorlage hatte und der/die andere/n auf dem PC arbeiteten. Das wirklich Erstaunliche daran war für mich, mit welcher Leichtigkeit die Kinder die Vorlagen einsetzten. Sie arbeiteten völlig selbstständig, holten sich die richtige Vorlage, öffneten die entsprechende Seite und arbeiteten.  Man bedenke, dass die Seitenbezeichnungen für einen Erstklässler schon verwirrend sein müssen (s04_b.doc). 

 

Die Druckarbeit erledigte ich zu Hause, da der Drucker in der Klasse relativ langsam druckt. Die Kinder allerdings durften sich „ihre“ Seiten ausdrucken und mit nach Hause nehmen.

 

Hier einige Bilder, die die Kinder beim Seitenerstellen zeigen: 

 

                 P wie Popo und Pyramide                             A wie Ananas und Ampel

 

 

                    Ines sucht die Schatztruhe                       Wie schreibt man Ananas?

 

  

     Wo ist denn bloß das C?                         Das T bei Telefon gehört grün. 

C wie Cabrio und Clown... 

3. Ergebnis: Mein kleines Anlautwörterbuch

buch01.jpg (128734 Byte)

Claudia Ostermann/ Klassenlehrerin

Mail

VS Krems-Lerchenfeld

Judenburgerstr. 21

3500 Krems/Lerchenfeld