- 1908
in Pecs, Ungarn geboren
- 1927
Studium an der Akademie Podolini - Volkmann, Budapest, und am
Budapest "Bauhaus"
- 1930
Übersiedlung nach Paris und Arbeit als Gebrauchsgrafiker
- 1938
Bewegungsstudien mit übereinander verschiebbaren, durchsichtigen
Folien
- 1947-51
geometrischer Konstruktivismus
- 1954
optisch-kinetische Bilder, die sich durch die Bewegung des
Betrachters verändern; erste kinetsiche Architekturintegrationen
- 1955
"Notes pour un manifeste", Prinzipien für die kinetische
Plastik
- 1966
verschiedene großflächige, architektonische Integrationen in
Paris, Brüssel, Jerusalem, Grenoble und Montpellier
- 1970
Eröffnung eines didaktischen Museums in Gorden
- 1997
im März in Paris gestorben
V.
Vasarely ist wahrscheinlich der berühmteste Vertreter der Op Art. Vor
allem weil er von Anfang an aktiv daran beteiligt war und auch immer
neue Richtungen erforscht hat.
Er hat nicht einfach nur gemalt und ausprobiert. Sondern hinter seinen
Kunstwerken steckt eine ganze Philosophie. Er hat sich intensiv mit den
wissenschaftlichen Aspekten seiner Werke beschäftigt und betrieb eine
Art Wissenschaft der Kunst.
Auch versuchte er immer seine Kunst allen zugänglich zu machen. D. h.,
dass der Betrachter keine Vorkenntnisse haben musste, sondern die Kunst
wie sie ist genießen konnte. Er nannte dies seine L'Art social.
Nebenbei hat er immer auch sehr viel geschrieben und seine Gedanken
festgehalten. Zahlreiche Magazine haben seine Texte veröffentlicht.
Verschiedene Perioden
Vasarely
hat während er gemalt hat verschiedene Perioden durchgemacht.
Die Perioden liefen nicht nacheinander, sondern meistens parallel
nebeneinander ab und überschnitten sich:
- Denfert
(1938-1958)
1938 stand Vasarely vor der Metrostation Denfert-Rochereau und
bestaunte die unendlichen Farben. Auch die feinen Risse in den weißen
Platten veranlassten ihn zum Träumen. Daraus entstanden die ersten
Werke aus feinen Linien, mit der Feder gezeichnet.
- Belle-Isle
(1947-1954)
Einen Tag am Strand veranlasste Vasarely über die Form der Ellipse
nachzudenken. Er kam zum Schluss, dass sie allgegenwärtig sei. Tatsächlich
spielte die Ellipse von nun an eine große Bedeutung.
- Cristal-Gordes
(1948-1960)
In dieser Periode spielte er mit den Formen und Tiefen der Objekte
und vertauschte sie bewusst: die totale Verformbarkeit. Da die
anderen vorhergehenden Perioden z. T. parallel abliefen,
wiederspiegeln sich die verschiedenen Merkmale und vermischen sich
in den Werken.
Man kann sagen, dass Vasarely ab 1948 seine Originalität bewiesen
hat und seitdem eine Hauptrolle in der Kunst des 20. Jh. spielte.
- L'Hommage
à Malevitch (1952-1958)
Diese Periode ist sehr zentral für ihren Künstler. Sie stellt das
Endergebnis seiner Forschungen dar und vereint alles zusammen.
- Periode
Noir-Blanc (1955-1963)
Durch das Spielen mit Negativen aus der Fototechnik wurde Vasarely
vom größten Gegensatz der Farben gepackt: Weiß und Schwarz. Auch
faszinierte ihn, dass man aus einem Werk zwei gleichwertige Werke
machen kann, die spiegelbildlich zueinander stehen.
- Hommage
à l'hexagone (1964-1971)
Vasarely experimentiert mit dem Raum und löst sich von der Ebene.
Er spielt mit den verschiedenen Perspektiven und lässt physikalisch
unmögliche Blickwinkel entstehen. Auch vertauscht er die Farben
beim Hell-Dunkel-Effekt und verwirrt so den Betrachter.
- Vonal
(1966-1971)
In keiner vorhergehenden Periode hat sich Vasarely so weit von
seinen vorausgehenden Werken abgewendet. Doch in dieser Zeit
schenkte er seine volle Aufmerksamkeit dem Strich, ob kreisförmig
oder gerade. Und wieder gelang es ihm Werke mit einzigartigem
Charakter zu schaffen.
- Universelle
Strukturen - Vega (ab 1969)
Er verformt in dieser Periode ein regelmäßiges Gitter und lässt
es aus der Ebene auferstehen. Er hält sich die Möglichkeit offen,
neue Ideen hineinfließen zu lassen. Auch verwendet er feine
Abstufungen in den Farbverläufen.
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